Katzenhilfe Hoyerswerda e.V
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Sie wollen eine Katze
Welche Erstaustattung braucht die Katze
Jeder muß sich eingewöhnen
Impfungen
Oder lieber gleich im Doppelpack

 

 

 

 

 

Sie wollen eine Katze?
 
Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, welche Probleme sich häufig im Zusammenhang mit der Katzenhaltung ergeben. Diese Erfahrungen möchten wir gerne weitergeben und haben deshalb einen kleinen "Katzenführerschein" erstellt. Können Sie alle Fragen mit "Ja" beantworten, so steht dem Einzug einer Katze nichts mehr im Wege:

Fragen Sie sich doch mal ...

Wissen Sie, dass eine Katze durchschnittlich 15 Jahre alt wird?
Ist die Katzenhaltung in Ihrem Hause erlaubt?
Ist Ihre Nachbarschaft Katzen gegenüber freundlich eingestellt?
Urlaubszeit: Kennen Sie jemanden, der während Ihrer Urlaubszeit die Katze betreut?
Haben Sie immer Lust und Zeit, sich mit Ihrer Katze zu beschäftigen?
Sie sind den ganzen Tag berufstätig und die Katze ist allein:
Wissen Sie, dass zwei Katzen die beste Lösung ist?
Können Sie die Kosten für Futter, Katzenstreu, Spielzeug, Kratzbaum und jährliche Impfung
sowie weitere Tierarztkosten abschätzen?

Besteht eventuell eine Katzenhaarallergie innerhalb Ihrer Familie?
Ist jedes Familienmitglied mit dem Einzug der Katze einverstanden?
Bei Veränderungen innerhalb der Familie? Findet die Katze noch ihren vertrauten Platz?
Können Sie über Kratzspuren an Polstermöbeln hinwegsehen?
Haben Sie einen geeigneten Futterplatz und einen separaten Platz für die Katzentoilette?
Haben Sie geeignete Möglichkeiten für die Mieze zum Herumspringen?


Welche Erstausstattung braucht die Katze?

Futter- und Trinknäpfe - mindestens 3 Stück: für Trockenfutter, Nassfutter und für Wasser. Sie sollten möglichst schwer und standhaft sein, am besten aus glasiertem Ton oder Porzellan. Ein Kunststofftöpfchen mit rutschfesten Puffern tut es aber auch. Es empfiehlt sich, die Näpfe auf eine Unterlage zu stellen, da die Katze beim Fressen gerne kleckert. Hier eignen sich abwaschbare Tischsets, die sich gut reinigen lassen. Gebraucht werden wenigstens zwei Näpfe, besser wären sogar drei. Ein Napf für Futter und einer für immer frisches Wasser. Der dritte für Trockenfutter, aus dem sich die Katze beliebig bedienen kann.

Transportkorb - Sehr geeignet sind Transportkörbe aus Plastik, die für die Fahrten zum Tierarzt sicher zu verschließen und gut zu säubern sind. Wählen Sie bitte einen entsprechend großen Korb, dass selbst ausgewachsene Katzen darin noch reichlich Platz haben. Für den Tierarztbesuch haben sich Transportkörbe bewährt, die von oben zu öffnen sind.

Katzentoilette - pro Katze benötigen Sie eine (mit Katzenstreu aus dem Fachhandel). Die Katzentoiletten sind täglich zu reinigen. Streu ist mindestens einmal in der Woche gänzlich zu erneuern. Die Toiletten sind regelmäßig nass auszuwaschen. Eine Katzentoilette ist unerlässlich, auch wenn Ihre Katze Auslauf ins Freie hat. Im Fachhandel erhalten Sie verschieden Ausführungen, mit Deckel, ohne Deckel, mit Filter, mit Einstiegklappe oder ohne. Eine einfache Plastikwanne eignet sich auch gut zum Mitnehmen auf Reisen. Praktisch ist eine Plastiktoilette mit Rand; aus dieser kann beim Herumscharren im Katzenstreu nicht so viel Streu herausfliegen. Eine Alternative hierzu ist ein geschlossenes Katzenklo, dass allerdings nicht von allen Katzen gleichermaßen angenommen wird. Als Einstreu dient die spezielle Katzenstreu. Sie ist geruchsbindend und muss natürlich asbestfrei sein. Welches Streu für Ihren Stubentiger das Richtige ist, muss man im Einzelfall ausprobieren.

Katzengras - Damit heruntergeschluckte Haare nicht im Magen-Darm-Trakt der Katze verbleiben, macht es Sinn, Katzengras oder Katzenmalzpaste anzubieten. Beim Putzen ihres Fellkleides nehmen die Katzen Haare auf und schlucken diese herunter. Einmal im Verdauungstrakt angekommen, knäueln sich die Haare zusammen und bilden Haarballen, welche nicht selten zur Verstopfung führen. Mit dem Fressen von Gras leitet das Tier instinktiv einen Selbstreinigungsprozess ein. Wenn die Haarballen schon zu weit im Verdauungstrakt fortgeschritten sind und nicht mehr erbrochen werden können, dient das verzehrte Gras als Ballaststoff und fördert die Darmbewegung. Außerdem ist Gras ein zusätzlicher Vitaminlieferant. Für Wohnungskatzen sollten Sie Katzengras züchten. Man kann es allerdings auch schon fertig in Blumenhandlungen kaufen.

Spielzeug - ein Ball, Bänder, ein Karton usw. Bitte achten Sie darauf, dass die Katze sich daran nicht verletzen kann.

Kratzmöglichkeiten - Zum Schutz Ihrer Polstermöbel sollten Sie der Katze eine Kratzmöglichkeit anbieten. Einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett sollten Sie ihrem Stubentiger ebenfalls zur Verfügung stellen. Hier kann Ihre Katze die Krallen schärfen und hat - falls vorhanden - in der Höhle ein alternatives Schlafquartier. Mit einem Kratzbaum erfüllen Sie das Kratzbedürfnis Ihrer Katze. Gleichzeitig schonen Sie Ihre Möbel, an denen die Katze sonst unweigerlich ihre Krallen schärfen würde.

Schlafkörbchen - Ihr Katze freut sich über ein Körbchen, in das sie sich zum Ruhen und Schlafen zurückziehen kann. Der Korb gibt ihr Schutz und Geborgenheit und lässt sie auch einmal ungestört sein. Legen Sie ein Kissen mit einem waschbaren Überzug hinein und stellen den Korb an einen ruhigen warmen Ort.


Jeder muss sich eingewöhnen
 
Ihre Katze sollte anfangs nur in dem Zimmer wohnen, in dem sie sich später häufiger aufhalten kann. So kann sie die neuen Geräusche und Gerüche aufnehmen und verarbeiten. Hier findet sie ihren Kratzbaum und die Katzentoilette.

Lassen Sie dem Tier Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Schüchterne Katzen brauchen länger und sollten in Ruhe ihr neues Zuhause erkunden können. Warten Sie, bis Ihre Katze auf Sie zugeht und bestürmen Sie sie nicht mit Annäherungsversuchen, die das Tier in der Anfangsphase noch gar nicht erwidern kann. Versteckt sich das Tier, zerren Sie es nicht aus seiner "Höhle". Sein Sie "leise" anwesend, entweder schlafend oder lesend und warten Sie ab!

Freigänger: Sollte Ihre Katze zum Freigänger werden, so muss sie zunächst ca. 4 Wochen ausschließlich in der Wohnung bleiben, damit sie ein "Heimatgefühl" bekommt. Jungtiere dürfen allerdings erst nach ihrer Kastration ins Freie gelassen werden.


Impfungen
 
Auch Wohnungskatzen sind vor bestimmten Viruserkrankungen nicht gefeit. Daher empfiehlt es sich, Wohnungskatzen genauso wie die sogenannten Freigänger impfen zu lassen. Alle Katzen sollten gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft werden; Freigänger zusätzlich gegen Tollwut.

Wann und wie muss geimpft werden?

Jungtiere werden im allgemeinen zwischen der siebten und zehnten Lebenswoche erstmalig geimpft. 3 bis 4 Wochen später erhalten sie in der Regel eine erneute Injektion, um die Grundimmunisierung abzuschließen. Danach ist eine Wiederholungsimpfung in jährlichem Abstand notwendig. Für die Impfung selbst stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die gleichzeitig gegen mehrere der beschriebenen Infektionskrankheiten schützen. Wichtig ist, dass das Tier zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist, da die Immunitätsausbildung sonst gefährdet ist.


Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfung - was bedeutet das?

Die Auseinandersetzung des Organismus mit verschiedenen abgeschwächten oder abgetöteten Erregern anlässlich von Impfungen führt zur Bildung von Schutzstoffen (so genannten Antikörper). Diese werden mit der Muttermilch übertragen, so dass Welpen nach ihrer Geburt normalerweise auf diese Weise geschützt sind. Allerdings hält der Schutz nur wenige Wochen an, und die Jungtiere müssen frühzeitig durch Impfung zur Bildung eigener Schutzstoffe angeregt werden. Die Grundimmunisierung ist der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes. Wegen der eventuell noch vorhandenen mütterlichen Schutzstoffe ist die Grundimmunisierung meist erst nach zweimaliger Injektion bei Jungtieren abgeschlossen. Da die Schutzwirkung von Impfungen zeitlich begrenzt ist, müssen Wiederholungsimpfungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Nur so ist gewährleistet, dass Ihre Katze dauerhaft geschützt ist. Achten Sie deshalb stets auf die Termine für Wiederholungsimpfungen in Ihrem Impfpass!


Der Impfpass - wozu dient er?

Anlässlich der ersten Impfung oder beim Kauf eines Tieres erhalten Sie normalerweise einen Impfpass. Darin stehen nicht nur alle Daten bereits erfolgten Impfungen, sondern auch persönliche Daten zur Identität Ihrer Katze. Ferner lässt sich der nächste Impftermin aus diesem Dokument ablesen. Bewahren Sie den Impfpass deshalb sorgfältig auf und legen Sie ihn bei jeder Wiederholungsimpfung Ihrem Tierarzt vor.


Oder lieber gleich im Doppelpack
 
Nun ist es soweit: Eine Katze soll ins Haus. Alle Überlegungen sind abgeschlossen, alle Vorbereitungen sind getroffen. - Und dann kommt plötzlich jemand auf die Idee, dass es viel besser wäre, wenn die Katze noch einen Kumpel hätte. Zwei Katzen können miteinander spielen, wann immer sie wollen. Sie sind nicht allein, auch wenn der Mensch einmal keine Zeit hat. Sie schmusen, raufen und spielen gemeinsam - ein wichtiger Aspekt für Berufstätige.
 
Auch während Ihres Urlaubs werden sich zwei Katzen in ihrer gewohnten Umgebung nicht zu einsam fühlen. Sie können Ihre Katzen z.B. durch einen sog. Katzensitter betreuen lassen.

Katzen, die zusammen leben, sind nicht so stark personenfixiert wie Einzeltiere. Günstig ist es, sich für zwei Jungtiere zu entscheiden, die am selben Tag in die Wohnung einziehen. Da noch keine Revieransprüche gelten, haben die Beiden die Möglichkeit, die Angelegenheit auf ihre Art zu regeln.
 
Zu einer erwachsenen Katze sollte möglichst kein Katzenbaby hinzugenommen werden. Die kleine Katze könnte sich bei Dominanzattacken nicht gegen die ältere Katze wehren. Sinnvoll wäre ein Tier im Alter von drei Monaten oder noch etwas älter, das schon so ungestüm ist, dass es sich durch Gefauche oder gelegentliche Katzenhiebe der "Alten" nicht abhalten lässt, den Kontakt weiterhin zu suchen.
 
Lebt bereits eine Katze im Haushalt und soll eine zweite hinzukommen, sind andere Überlegungen, als bei der gleichzeitigen Anschaffung von zwei Katzen wichtig: Zu einem sehr anhänglichen und verschmusten Tier passt eine zurückhaltende Katze gut. Sie wird den Halter nicht übermäßig belagern und somit keinen Grund zur Eifersucht bieten.


Eine Zweitkatze ist dann nicht empfehlenswert, wenn
- die Erstkatze eine ältere Katze ist, die schon immer alleine war
- die Erstkatze sehr dominant und/oder stark personenfixiert ist. Dann lebt das Tier glücklicher ohne einen Rivalen.
 

Die zweite Katze zieht ein: Welche Vorkehrungen sind sinnvoll?

Das neue Zuhause sollte für die ersten Tage ein Zimmer sein, das von der Alt-Katze nur wenig benutzt wird. So hat die Alt-Katze nicht den Eindruck, dass ihr etwas weggenommen wird.

Es sollte sich die Person am häufigsten mit der neuen Katze beschäftigen, die mit der Erstkatze am wenigsten Kontakt hat. Man muss der Katze Zeit zum Eingewöhnen gegeben. Das kann im Extremfall einige Monate dauern. Wer die Geduld aufbringt, wird mit Vertrauen und Zärtlichkeit belohnt.

Trotz aller Vorsichtsmassnahmen kann es zu Raufereien zwischen beiden Katzen kommen. Hierbei handelt es sich um ein Ausfechten der Rangordnung, also um einen ganz natürlichen Prozess. Der Mensch sollte sich nur im Notfall einmischen. Er darf niemals versuchen, die Tiere mit den Händen auseinander zu reißen. Die Verletzungsgefahr ist zu groß, denn in der Kampflust wird der Mensch schnell übersehen. Viel besser und erfolg versprechender ist ein In-die-Hände-Klatschen, verbunden mit einem scharfen einmaligen "Nein!" Gelegentlich hilft auch der "Schuss" aus der Wasserpistole.

Der Katzenhalter darf auf keinen Fall Position für die unterlegene Katze einnehmen. Im Gegenteil, die Zuwendung gehört erst einmal der angreifenden Katze. So wird verhindert, dass der nicht ausgelebten Wut des Angreifers spätere Attacken folgen.